Sabine Kessler                 Heilpraktikerin für Psychotherapie
 
Durch Unglück oder eigene Fehler entstandenes Seelenleiden kann der Verstand nicht heilen, die Vernunft wenig, die Zeit einiges, entschlossenes Tun hingegen alles.                                            nach J.W. von Goethe

         CORONA

 

Ein Schreckgespenst zieht um die Welt,

die es beherrscht, wie`s ihm gefällt.

Die Krone Macht ihm angedieh

und ihm die Weltherrschaft verlieh.

 

Der Schöpfung Krone, das sind wir.

Der Mensch erstrebt in seiner Gier

in allen Teil`n das Maximum.

Doch nun kehrt sich das Treiben um.

 

Was verschafft uns denn Vergnügen?

Mit Kreuzfahrten und Urlaubsflügen,

Konsum und Wachstumssteigerung,

Genuss und Spaß und Ablenkung

bestimmten wir den Status quo.

Doch Überhitzung ebenso.

 

Zählt nur Kommerz, Profit, Gewinn?

Wo blieb das Augenmaß, der Sinn?

Den Geist, den wir heraufbeschwor`n,

er hat nun uns zum Wirt erkor`n,

den er besetzt, erhitzt, regiert,

der gegen Hybris rebelliert.

 

Der Geist hält uns den Spiegel vor,

der uns bedroht wie nie zuvor.

Nun braucht das Gleichgewicht, das schief,

ein deutliches Regulativ.

 

Nicht nur im Außen, auch im Innern,

muss man sich nun daran erinnern,

was einem lieb und teuer war,

was mit des Lebens Wert geschah.

 

Die Freiheit man uns nun entzieht.

Die Sicherheit jetzt überwiegt.

Sie fordert von uns auch Verzicht,

dann manch` Begehr erfüllt sich nicht.

 

 

Was früher galt als leicht verfügbar,

erscheint mir heut` als äußerst kostbar.

Besuchsverbot, Abwesenheit

führt zu trister Einsamkeit

und Jobverlust, Sozialabstieg

zu Aggression und Bürgerkrieg?!

 

Bei Reise- und Kontaktverbot

mach ich `ne Tugend aus der Not:

Satt zügelloser Expansion

üb` ich mich in Selbstreflexion.

 

Dank viel mehr Ruhe, Muße, Zeit

entdeck` ich die Verbundenheit.

So auch das Virus wirkt global,

es wütet international,

betrifft und macht uns alle gleich,

ob hohes Amt, ob arm, ob reich.

 

Ich seh`, was uns verbunden hält:

Nur im Gleichklang siegt die Welt

über kollektive Drachen.

Die Rettung ruht im Kinderlachen.

Sie sorgt für frohe Leichtigkeit,

die uns von Frust und Angst befreit.

 

Sie fließt in dem, was Leben bringt,

was jeder Lerchenchor besingt,

was Menschen wesenhaft vereint,

was nachts der stille Mond bescheint.

 

Sie hütet stets die Zuversicht,

dass jedes Dunkel birgt ein Licht.

Familie, Freundschaft, Lebenslust,

das wird uns nun so recht bewusst,

das freundlich zugewandte Wort

weht Chaos und Zerstörung fort.

 

Dann wird an diesem lichten Wesen

Natur und Mensch und Welt genesen.